Meereswissenschaftliche Berichte No 54 2003 - Marine Science Reports No 54 2003
http://doi.io-warnemuende.de/10.12754/msr-2003-0054
doi:10.12754/msr-2003-0054
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Festschrift zum 65. Geburtstag von Wolfgang Matthäus

Fennel, Wolfgang; Hentzsch, Barbara

Abstract. Im Jahre 2002 konnte das Institut für Ostseeforschung den zehnten Jahrestag seiner Gründung feiern. Dieses Jubiläum fiel mit dem 65. Geburtstag unseres langjährigen Kollegen Dr. habil. W. Matthäus zusammen. Die Neugründung des IOW im Jahre 1992 sollte einen wissenschaftlichen Neuanfang unter den Bedingungen des wiedervereinten Deutschlands ermöglichen, wobei auch ein starkes Element wissenschaftlicher Kontinuität im Spiel war. Neugründungen an den Standorten der Institute der ehemaligen Akademie der WIssenschaften der DDR setzten entsprechende Empfehlungen des WIssenschaftsrates voraus, die nur bei positiver Evaluation durch die Kommissionen des Wissenschaftsrates gegeben wurden. Daher bildete die in vorangegangenen Jahrzehnten im ehemaligen Institut für Meereskunde in Warnemünde geleistete Forschungsarbeit eine entscheidende Grundlage für den Erhalt des Forschungsstandorts in Warnemünde. Diese wissenschaftliche Arbeit wurden von vielen aktiven Warnemündern Forschern - Physiker, Chemiker, Biologen und Geologen, unterstützt von engagierten Ingenieuren und Technikern - erbracht. Ein Markenzeichen der Meeresforschung in Warnemünde ist der seit langem gepflegte interdisziplinären Dialogs. Einer dieser aktiven Forscher war Wolfgang Matthäus. Daher ist es uns eine Freunde im Jubiläumsjahr des IOW unserem langjährigem Kollegen eine Sonderausgage der Meereswissenschaftlichen Berichte des IOW, deren Editor er fast zehn Jahre war, zu widmen. Wolfgang Matthäus ist ein Warnemünder Meeresforscher. Er verbrachte sein Arbeitsleben im Wesentlichen in unserem Institut. Die Personalabteilung hat mit ihrem ausgefeilten System nachgerechnet und herausgefunden, dass er am 6.8.2001 sein 40jähriges Diestjubiläum im Institut feiern konnte. W. Matthäus wurde am 20.02.1937 in Warnemünde geboren und ist sogar nach den strengen Maßstäben orthodoxer Alteingesessener ein 'echter Warnemünder'. Davon gibt es im Institut nur wenige und, interessanter Weise, vorwiegend Physiker. Er ging hier zur Schule. Das Abitur und später das Physikstudium wurden in Rostock absolviert. Nach einigem Hin und Her bei der Bereitstellung der Personalstelle konnte er dann als Diplom Physiker in der Vorläufereinrichtung des Instituts für Meereskunde eingestellt werden. Er ist ein Zeitzeuge, der manche Zick-Zack-Wege der Wissenschaftspolitik miterlebte und er weiß von den Kämpfen der damaligen Institutsleitung zur Abmilderung der Folgen der sogenannten Hochschulreformen in der DDR. Er kennt aber auch die Wechselbäder von Hoffnungen und Enttäuschungen nach der Wiedervereinigung Deutschlands, verbunden mit der Schließung und Neugründung des Instituts. Aber es gab auch die relativ ruhigen Zeiten, in denen man zur See fahren, messen und forschen konnte, um dann wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben. Die vergangenen 10 Jahre im neu gegründeten IOW, mit wesentlich verbesserter Geräteausstattung und Reisemöglichkeiten zählen zu den guten und produktiven Jahren seines Arbeitslebens. Markenzeichen von W. Matthäus ist Stetigkeit im besten Sinne des Wortes. Er hat früh das große wissenschaftliche Potential der Monitoring-Programme erkannt. Das Aufarbeiten von Daten zur Charakterisierung der langfristigen Entwicklungen und zur zwischenjährlichen Schwankungen von Schlüsselparametern (Salz, Sauerstoff etc.) hat zu einer Interpretation interessiert waren und weiterhin sind, ist W. Matthäus mit Abstand der meist zitierte Wissenschaftler des IOW. Die Durchführung des Monitoringprogramms ist eine aufwendige Teamarbeit, die leicht in reine Routinearbeit, Datensammeln für Datenbanken abgleiten kann. Wer aber, von wissenschaftlicher Neugier getrieben, etwas daraus machen will, öffnet mit dem Monitoring eine Schatztruhe voller hochwertiger Daten. Dieser Schatz wächst mit jedem Jahr, in dem neue Daten hinzukommen. Neben Untersuchungen der Trends von Schlüsselgrößen beschäftigte sich Wolfgang Matthäus intensiv mit dem Phänomen der Salzwassereinbrüche in die Ostsee. Insbesondere hat er in den 90er Jahren, komplementär zu den zeitlich fixierten Monitoring-Ausfahrten, Januar-Expeditionen im Seegebiet der Darßer Schwelle und des Arkona Beckens durchgeführt, in der Hoffnung einen Salzwassereinbruch direkt messend erfassen zu können. Seine Ausdauer wurde er im Januar 1993 belohnt. Als nach 16 Jahren wieder ein von den Ostseeozeanographen langersehnter Salzwassereinbruch eintrat, war er mit dem Forschungsschiff A. v. Humboldt life-dabei und konnte den Verlauf des Einbruchs salzreichen Nordseewassers über die Darßer Schwelle in seine verschiedenen Phasen dokumentieren und quantifizieren. Mit dieser Sonderausgabe der Meereswissenschaftlichen Berichte des IOW wollen wir die Arbeiten von Wolfgang Matthäus würdigen. Dazu haben wir Fachkollegen und Mitarbeiter um Beiträge gebeten. Die Aufsätze bestehen aus einer Mischung von wissenschaftlichen Arbeiten, die langfristige Veränderungen in der Ostsee und Aspekte der Dynamik des Wasseraustausches zwischen Ostsee und Nordsee behandeln, und Erfahrungsberichte von älteren und jüngeren Mitstreitern. Herzlich danken möchten wir den Autoren.

Citation

Wolfgang Fennel und Barbara Hentzsch (Eds.): Festschrift zum 65. Geburtstag von Wolfgang Matthäus. Meereswiss. Ber., Warnemünde, 54 (2003), doi:10.12754/msr-2003-0054

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